Express-QES: Wie Sie Lebensversicherungen, Kreditanträge & Co. in Rekordzeit abschliessen

Ein Vertrag, der eigentlich rechtsverbindlich unterschrieben werden müsste, hängt tagelang fest. Der Grund ist oft simpel: Die unterzeichnende Person hat keinen Skribble-Account, will sich nicht extra registrieren oder steigt beim Passwort-Onboarding aus. Skribble und PXL Vision haben dafür eine gemeinsame Lösung entwickelt: eine qualifizierte elektronische Signatur (QES), bei der Identifikation und Unterschrift in einem einzigen Flow zusammenlaufen.
Im Webinar «Express signieren mit maximaler Sicherheit» zeigten David Fürsinger (Co-Founder und CPO, Skribble) und Karim Nemr (Founder und Chief Business Officer, PXL Vision), wie sich Lebensversicherungen, Kreditanträge, Leasingverträge und Kontoeröffnungen ohne wiederholendes Ident-Verfahren rechtssicher abschliessen lassen. Skribble nennt die Lösung Express-QES, PXL Vision nennt sie One-Shot-Signatur, gemeint ist dasselbe. Im Webinar: eine Live-Demo, eine Beispielrechnung zum Business Impact und ein Ausblick auf die Schweizer E-ID.
Das nehmen Sie mit
- Ohne Identifikation keine QES. Vier Dinge muss sie belegen: Identität der unterzeichnenden Person, Zeitpunkt der Signatur, Integrität des Dokuments und ein Zertifikat eines akkreditierten Vertrauensanbieters. Der Knackpunkt ist fast immer die Identifikation.
- Zwei von drei Signierenden brechen laut einer SigniCat-Studie ab, sobald ein Medienbruch dazwischenkommt, etwa ein App-Download oder ein separates Onboarding. Intern läuft die QES rund, extern bremst genau das die Konversion.
- Bei Skribble heisst es Express-QES, bei PXL Vision One-Shot-Signatur: Identifikation und Signatur in einem passwortlosen Flow, ganz ohne Registrierung.
- 50 Prozent mehr Abschlüsse ergab eine Case Study mit Groupe Mutuel. Am Beispiel einer Lebensversicherung gerechnet, kann das bei gleichen Ressourcen mehrere Millionen Franken Mehrumsatz im Jahr bedeuten.
- Ersetzen wird die Schweizer E-ID die Express-QES laut den Referenten nicht, ergänzen schon. In den nächsten drei bis vier Jahren dürfte ihre Verbreitung bei rund 50 bis 60 Prozent liegen.
Wann braucht es überhaupt eine qualifizierte elektronische Signatur?
David Fürsinger: Es gibt drei Stufen digitaler Signaturen: die einfache elektronische Signatur (EES), die fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) als höchste Stufe. Die QES braucht es, wenn das Gesetz eine Schriftform vorschreibt – etwa bei Lebensversicherungen, Leasingverträgen oder Kreditvereinbarungen.
Ein weiterer Grund ist die Beweislastumkehr. Normalerweise müsste die Gegenpartei beweisen, dass eine Unterschrift tatsächlich von der behaupteten Person stammt. Mit der QES dreht sich das um: Das Gesetz geht automatisch davon aus, dass die Unterschrift echt ist, und die unterzeichnende Person müsste im Streitfall das Gegenteil beweisen. Wer maximale Rechtssicherheit will, wählt deshalb die QES.
Die gesetzliche Grundlage dafür liefert das Obligationenrecht: Die qualifizierte elektronische Signatur ist der eigenhändigen, handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt (OR Art. 14 Abs. 2bis).
Identifikation: Der Kern jeder qualifizierten Signatur
David Fürsinger: Was eine QES am Ende leisten muss, sind vier Dinge: der Zeitpunkt der Signatur, die Identität der signierenden Person, die Integrität des Dokuments und ein Zertifikat eines akkreditierten Vertrauensanbieters. Zeitpunkt, Dokumentintegrität und Zertifikat sind technisch gelöst. Der Knackpunkt ist die Identität des Signierenden – und genau darauf liegt heute unser Fokus. Wichtig als Takeaway: Ohne Identifikation keine qualifizierte Signatur.
An dieser Stelle fragten wir die Teilnehmenden per Chat-Umfrage, wo ihr Unternehmen beim Einsatz der QES in Online-Prozessen steht. Das Ergebnis: Die meisten gaben an, entweder erste Schritte gemacht zu haben oder bereits ein funktionierendes Setup zu betreiben – ein Zeichen, dass viele bereits mit der QES vertraut sind und auf eine Lösung für die nächste Stufe warten.
Intern läuft's, extern hakt's: Das Konversionsproblem bei der Identifikation
David Fürsinger: Intern funktioniert die QES heute meist gut: Der Ident-Prozess wird einmal durchgeführt und ist danach mehrfach nutzbar. Es gibt dedizierte Personen, die bei Problemen direkt unterstützen können, wodurch die Konversion entsprechend hoch ist.
Anders sieht es aus, wenn extern signiert wird – also B2B2C oder B2C mit Suppliern, Endkundinnen oder Partnern, die noch nicht im selben Prozess unterwegs sind. Hier wird heute oft derselbe Ident-Prozess erzwungen wie intern, obwohl er für eine einmalige oder seltene Signatur eigentlich nicht nötig ist. Das führt zu unnötigen Schritten, erhöhter Reibung, mehr Abbrüchen und am Ende zu tieferer Konversion.
Eine Studie von SigniCat zu digitalen Onboarding-Prozessen in Finance und Insurance zeigt: Zwei von drei Signierenden brechen ab, sobald Medienbrüche auftreten – etwa Drucken oder App-Downloads im digitalen Flow. Jeder zusätzliche Schritt ist ein zusätzlicher Reibungspunkt. Das ist besonders kritisch in Branchen wie Banking und Versicherungen, wo die QES ohnehin gebraucht wird.
Express-QES: Die gemeinsame Lösung von Skribble und PXL Vision
David Fürsinger: Skribble und PXL Vision haben sich zusammengetan, um genau dieses Problem anzugehen – für alle, die einmal oder selten unterschreiben, extern, projektbasiert und schnell. In der Branche kursieren dafür verschiedene Begriffe: Wir bei Skribble nennen es Express-QES, PXL Vision nennt es One-Shot-Signatur. Beides meint dieselbe Lösung im Hintergrund.
Es geht darum, eine qualifizierte elektronische Signatur besonders einfach und schnell einzuholen. Die Identifikation ist dabei für genau diese eine Signatur ausgelegt, und alle Schritte, die dafür nicht nötig sind, wurden aus dem Prozess entfernt.
Die Kernbotschaft: Die Signatur bleibt rechtlich maximal sicher – aber ohne wiederholendes Ident-Verfahren. Es gibt kein separates Onboarding, kein Passwort, keine Recovery-Codes und keine Probleme bei einem Gerätewechsel. Genau diese Punkte verursachen heute die meisten Support-Fälle: vergessene Passwörter oder eine App, die noch auf dem alten Telefon liegt. Nach dem Signieren muss sich die unterzeichnende Person nichts mehr merken.
Mehrere Faktoren machen diesen Schritt jetzt sinnvoll: Die Digitalisierung schreitet voran, die Regulierung entwickelt sich weiter – Stichwort E-ID – und die Akzeptanz für E-Signing bei Endkundinnen und -kunden ist gestiegen, weil sie heute in vielen Alltagssituationen bereits mit digitaler Identifikation in Berührung kommen.
So funktioniert die Express-QES in der Praxis
David Fürsinger: Ich zeige den Prozess anhand einer Aufzeichnung mit mir selbst als Testperson. Auf der einen Seite sehen Sie meinen Laptop, auf der anderen mein Telefon.
Wir erstellen in Skribble eine neue Signatureinladung, laden einen Vertrag hoch und wählen die qualifizierte elektronische Signatur. Die gewählte Legislatur spielt dabei keine Rolle – die Identifikation funktioniert sowohl für die eIDAS-Zertifizierung in der EU als auch für ZertES in der Schweiz. Ich unterschreibe selbst und lade zusätzlich Martina Muster ein, die nicht Teil des Unternehmens ist. Die visuellen Signaturen platzieren wir direkt auf dem Vertrag, ohne weitere Anpassungen, und senden die Einladung raus.
Martina Muster hat keinen Skribble-Account. Öffnet sie die Einladung, sieht sie zunächst eine Landingpage mit einem QR-Code. Sie kann das Dokument dort vorab einsehen, findet eine kurze Anleitung zum Ablauf sowie eine laufend aktualisierte FAQ, unter anderem zu den unterstützten Ausweisdokumenten.
Scannt sie den QR-Code, gelangt sie auf dem Smartphone zum Vertrag und kann mit «Sign Now» den Identifikationsprozess starten – der Übergang zu PXL Vision. Zuerst läuft ein kurzer Kompatibilitätstest, der prüft, ob das Telefon den NFC-Chip des Ausweisdokuments auslesen kann. Danach wird das gewählte Dokument – ID-Karte oder Pass – gescannt, inklusive der handschriftlichen Unterschriftsseite im Schweizer Pass. Anschliessend liest das Telefon den NFC-Chip aus, was in der Regel sehr schnell geht.
Es folgt ein kurzer Liveness-Check per Kamera – ohne die sonst üblichen Kopfbewegungen nach links, rechts, oben und unten. Die Aufnahme wird automatisch mit den ausgelesenen Daten abgeglichen. Sind Video und Daten validiert, wird im Hintergrund die Signatur ausgelöst, und sowohl Laptop als auch Smartphone zeigen den erfolgreich signierten Vertrag.
Genutzt werden kann dabei ein beliebiges Smartphone oder Tablet, auch eines, das nicht der unterzeichnenden Person selbst gehört – die Identifikation dient ausschliesslich dieser einen Signatur, und auf dem Gerät bleiben danach keine Rückstände zurück.
Anwendungsfälle: Wo sich die Express-QES besonders lohnt
David Fürsinger: Überall dort, wo mit Externen unterschrieben wird – Partnern, Suppliern oder Endkundinnen und -kunden –, passt diese Lösung besonders gut. Typische Beispiele:
- Leasingverträge bei der Nutzung oder Regelung von Fahrzeugen
- Kontoeröffnungsverträge, bei denen relevante Kundendaten mit externen Personen ausgetauscht werden
- Lebensversicherungen, etwa bei Nachfolgeverträgen im Todesfall oder bei Invalidität, wo die QES Best Practice ist
- Kreditvereinbarungen, bei denen es oft zeitkritisch ist, schnell zu einer bindenden Unterschrift zu kommen
- Arbeitsverträge von Führungskräften, bei denen es um weitreichende Rechte und Pflichten geht
Business Impact: Was 50 Prozent mehr Abschlüsse konkret bedeuten
David Fürsinger: Anhand einer Lebensversicherung lässt sich der Effekt verdeutlichen. Wir gehen von einem Vertragswert von 4'500 Franken pro Jahr bei einer Laufzeit von 20 Jahren aus, sowie von 1'000 Verträgen pro Jahr im klassischen Papierprozess.
Basierend auf der Case Study mit Groupe Mutuel wurde festgestellt, dass 50 Prozent mehr Abschlüsse möglich sind – in diesem Beispiel also 1'500 statt 1'000 Verträge, mit denselben Ressourcen und in derselben Zeit. Das ergibt in diesem Rechenbeispiel eine Differenz von 45 Millionen Franken pro Jahr. Das ist nur ein Beispiel, veranschaulicht aber den Effekt: mehr Abschlüsse durch schnellere Vertragsabschlüsse und höhere Konversion – bei gleichzeitig weniger Supportaufwand, weil die typischen Passwort- und Gerätewechsel-Probleme wegfallen.
Die Schweizer E-ID und ihre Bedeutung für die Express-QES
Karim Nemr: Die E-ID ist kein neues Konzept – es gab bereits frühere Anläufe, unter anderem mit der SuisseID, die sich in der Breite nie richtig durchsetzen konnten. Gründe dafür waren unter anderem die Nutzererfahrung, die physische Identifikation, regulatorische Rahmenbedingungen und der allgemeine Stand der Digitalisierung. Nachdem ein früherer Vorstoss an der Urne gescheitert ist, steht nun ein neuer Anlauf zur Abstimmung: eine staatlich ausgestellte und anerkannte E-ID.
Im Kern ist die E-ID nichts anderes als ein Pass oder eine ID-Karte, nur im Digitalen. Der Vorteil: Im Gegensatz zur physischen Vorlage eines Ausweises, bei der alle Daten sichtbar werden, kann bei der E-ID sehr selektiv gesteuert werden, welche Daten mit wem geteilt werden. Sie kommt in Form der swiyu-Wallet-App, die vom Bund über fedpol ausgestellt wird.
Für Unternehmen im Kontext der QES und speziell im Finanzwesen ist wichtig: Die E-ID entspricht bei der Identifikation demselben Level wie der zertifizierte Identifikationsprozess, den wir in der Demo gezeigt haben. Auf dieser Basis kann ebenfalls eine QES ausgelöst werden – mit der E-ID wird der Prozess also nochmals nutzerfreundlicher. Zusätzlich kann die E-ID künftig auch als Authentifizierungsmittel für wiederholtes Signieren dienen, wodurch weitere Registrierungsschritte entfallen könnten. Im Kontext der Geldwäschereigesetz-Vorgaben (GwG) sind allerdings noch Detailfragen offen, etwa ob zusätzlich zur E-ID-Identifikation weiterhin Passkopien nötig sind.
Heisst das, jedes Unternehmen sollte jetzt sofort auf die E-ID setzen und alle anderen Methoden verlieren an Bedeutung? Die Antwort ist Ja und Nein: Ja, Unternehmen sollten die E-ID so schnell wie möglich integrieren und bereit sein. Nein, weil bestehende Methoden wie die Express-QES deshalb nicht überflüssig werden. Selbst wenn die Abstimmung durchkommt, wird die Nutzung freiwillig sein, und ein Teil der Bevölkerung – Menschen, die Nein gestimmt haben, rund 25 Prozent Personen mit ausländischen Dokumenten sowie ein Teil der Mobilgeräte ohne das nötige Secure-Hardware-Element – wird die E-ID zunächst nicht nutzen können oder wollen. Selbst im optimistischen Fall dürfte die Verbreitung in den nächsten drei bis vier Jahren bei rund 50 bis 60 Prozent liegen. Für den Rest braucht es weiterhin andere Identifikationsmethoden – zur QES ebenso wie zur GwG-Compliance.
Bei PXL Vision behandeln wir die E-ID deshalb als ein weiteres Identifikationsmittel neben Pass und ID-Karte, das Nutzende zusätzlich wählen können. Damit nehmen wir Unternehmen die Komplexität ab, sowohl die Schweizer E-ID als auch verschiedene europäische eIDs selbst integrieren zu müssen, und sorgen dafür, dass alle Nutzenden sauber durch den Prozess kommen – unabhängig davon, welches Identifikationsmittel sie zur Hand haben.
David Fürsinger: Als Fazit: Die QES bleibt Pflicht, wo eine Schriftformerfordernis besteht oder die Beweislastumkehr gewünscht ist. Die Identifikation mit externen Parteien ist dabei heute noch eine Herausforderung für Reibung und Abbruchraten. Die Express-QES macht das einfacher – mit maximaler Sicherheit, aber weniger Schritten, weniger Abbrüchen und höherer Konversion. Und die E-ID ist im ganzen Prozess bereits mitgedacht: Wir sind darauf vorbereitet, und sie wird die Prozesse für einen Teil der Bevölkerung nochmals vereinfachen, während für den anderen Teil die bestehende Identifikation als Fallback bleibt.
Fragen und Antworten aus dem Webinar
Wie lässt sich ein Dokument digital paraphieren, also jede Seite mit einem Kürzel versehen?
David Fürsinger: Das bieten wir heute noch nicht automatisch an, die Funktion steht aber auf unserem Backlog. Aktuell lässt sich der Effekt erreichen, indem mehrere visuelle Signaturen auf die einzelnen Seiten gezogen werden. Wichtig zu verstehen: Signiert wird immer das gesamte PDF-Dokument mit allen Seiten. Aus rechtlicher Sicht ist eine Paraphierung deshalb kein Requirement, auch wenn wir verstehen, dass viele bestehende Unternehmensprozesse das als wichtig ansehen.
Woher weiss die externe, eingeladene Person, dass es sich nicht um eine Phishing-E-Mail handelt?
David Fürsinger: Diese Herausforderung ist nicht neu und betrifft grundsätzlich jeden E-Mail-Versand, unabhängig von unserer Lösung. Ansatzpunkte sind ein fehlerfreier E-Mail-Inhalt sowie die Möglichkeit, die Landingpage und den QR-Code mit dem Logo des einladenden Unternehmens zu branden, statt nur mit dem Skribble-Logo. Das erhöht die Akzeptanz und senkt das Risiko, dass die Einladung als unseriös wahrgenommen wird und die Konversion darunter leidet.
Wo liegen die bei der Identifikation erfassten Daten – Stichwort Datenschutz und Bankkundengeheimnis?
Karim Nemr: Die Identifikationsdaten werden von uns prozessiert und im Prozess über die Schnittstelle an den Finanzdienstleister übergeben. Bei uns selbst werden sie nach einer gemeinsam definierten Aufbewahrungsfrist wieder gelöscht, liegen also nicht dauerhaft vor. Darüber hinaus erfüllen wir die relevanten GwG-Anforderungen und Zertifizierungen zum Outsourcing.
Wird die Express-QES in Deutsch, Französisch und Italienisch angeboten, insbesondere die Landingpage?
David Fürsinger: Ja, wir unterstützen alle diese Sprachen. Die Landingpage kann auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch angezeigt werden.
Braucht es beim Ident-Schritt von PXL Vision im Hintergrund einen Callcenter-Agent, oder läuft alles automatisch?
Karim Nemr: Das ist ein regulatorisches Thema, das europaweit und in der Schweiz ähnlich geregelt ist. Kann der biometrische Chip ausgelesen werden, wie im Video gezeigt, läuft der Prozess vollständig automatisch. Ist der biometrische Chip nicht verfügbar oder nicht auslesbar, braucht es zwingend einen asynchronen manuellen Review im Hintergrund. Dieser ist in der Regel innerhalb von drei Minuten abgeschlossen.
Kann man die Express-QES auch für Kundinnen und Kunden in den USA und Australien nutzen?
David Fürsinger: Da spricht grundsätzlich nichts dagegen, solange das jeweilige Identifikationsdokument unterstützt wird.
Karim Nemr: Die Dokumente selbst werden unterstützt. Ob die USA und Australien auch vom Trust Service Provider (TSP) freigegeben sind, müssten wir nochmals prüfen – nach kurzer Rücksprache während des Webinars konnte das direkt bestätigt werden: Beide Länder werden unterstützt.
Ist auf dem Dokument ein Bild der Signatur zu sehen?
David Fürsinger: In der Demo waren die Signaturen bereits vorplatziert, deshalb war das Bild der visuellen Signatur auf dem Dokument sichtbar. Auf dem Mobilgerät kann die unterzeichnende Person die Position aktuell noch nicht selbst setzen – das ist eine Erweiterung, die wir uns für den Fall anschauen, dass die einladende Person keine Position vorgegeben hat. In den meisten Fällen wird die Signatur aber von der einladenden Person platziert und ist entsprechend sichtbar. Zur Einordnung: Die visuelle Signatur ist rechtlich nicht relevant, ein reines Bild auf dem PDF – aus Prozesssicht sorgt sie aber dafür, dass weniger Support-Anfragen entstehen.
Gibt es eine Möglichkeit für Branding, und gibt es einen Mobile-Only-Flow?
David Fürsinger: Branding ist bereits heute möglich: Das Logo auf der Landingpage und in den E-Mails lässt sich austauschen, sodass ein durchgehend einheitliches Bild entsteht. Weitere Optimierungen am Branding sind in Arbeit. Einen Mobile-Only-Flow gibt es ebenfalls, auch wenn ich ihn im Webinar nicht gezeigt habe: Wird die Einladung direkt auf dem Smartphone geöffnet, erscheint statt des QR-Codes ein Button, mit dem der Prozess gestartet werden kann – das Scannen eines QR-Codes auf demselben Gerät wäre schliesslich unpraktisch.
Was kostet die Express-QES?
Karim Nemr: Das hängt von mehreren Faktoren ab, etwa vom Volumen, vom Prozess und von den gewählten Optionen. Generell ist die Lösung günstiger als ein Papierprozess oder eine Video-Identifikation. Die konkreten Kosten würden wir gemeinsam anschauen, basierend auf dem für den jeweiligen Case optimierten Ablauf.
Werden die Kosten für die QES ohne Skribble-Account separat ausgewiesen?
David Fürsinger: Ja, im Skribble-Dashboard werden Express-QES-Signaturen mit Identifikation separat ausgewiesen, sodass sich diese Kosten klar zuordnen lassen.
Lässt sich die Lösung in eine eigene App einbinden?
David Fürsinger: Ja. Im Webinar wurde die Lösung über die Skribble-Oberfläche gezeigt, aber die dabei ausgelöste E-Mail lässt sich bei Nutzung über die API auch durch die eigene App ersetzen. Der Link zum Signieren muss dann nicht zwingend per E-Mail versendet werden, sondern kann direkt aus der eigenen Applikation heraus bereitgestellt werden.
Wie modulierbar ist die Landingpage mit dem QR-Code?
David Fürsinger: Aktuell lässt sich das Logo anpassen, weitere Anpassungsmöglichkeiten sind in Planung.
Wird die Express-QES nicht hinfällig, sobald die E-ID die beschriebenen externen Probleme löst?
David Fürsinger: Nur, wenn die Verbreitung irgendwann bei 100 Prozent läge und wirklich alle die E-ID auch nutzen würden – das wird so schnell nicht passieren. Selbst wenn die Abstimmung durchkommt, ist es unwahrscheinlich, dass 100 Prozent der Bevölkerung zustimmen. Es wird also weiterhin Personen geben, die auf bestehende Methoden wie die Express-QES angewiesen sind.
Gibt es eine API-Schnittstelle für die Integration?
David Fürsinger: Ja. Der gesamte Prozess ist vollständig über die API verfügbar und lässt sich damit von A bis Z steuern, ohne dass die Skribble-Oberfläche genutzt werden muss.
Lässt sich die Express-QES auch zur Identifikation gemäss dem Geldwäschereigesetz (GwG) anwenden?
Karim Nemr: Ja. Zusätzlich zur QES können wir die Evidenzdaten der Identifikation mitgeben – also die Passkopie sowie den erweiterten Audit-Trail, der benötigt wird, um von der FINMA akzeptiert zu werden.
Können auch interne Mitarbeitende mit diesem Prozess identifiziert werden, nicht nur einmalig, sondern dauerhaft?
David Fürsinger: Es ist grundsätzlich möglich und nicht auf externe Personen beschränkt. Bei Skribble ist die Express-QES aktuell allerdings auf Personen ohne Skribble-Account limitiert – interne Mitarbeitende ohne eigenen Account können den Prozess also ebenfalls nutzen. Als Ausblick: Die Ident-Methode, die wir heute über PXL Vision für die Express-QES nutzen, werden wir künftig auch für das wiederholende Signieren ausrollen, ergänzt um einen zusätzlichen Approval- und Authentifizierungsfaktor.
Lässt sich die Express-QES als Wallet auf dem Handy speichern?
David Fürsinger: Nein, das ist nicht vorgesehen. Die Express-QES ist gezielt für den einmaligen, schnellen Fall gedacht – es wird bewusst kein Nutzer-Account angelegt, sonst kämen wieder zusätzliche Schritte für Registrierung und Authentifizierung hinzu. Wer über die E-ID verfügt, kann diese allerdings nutzen, um die Express-QES noch schneller zu durchlaufen.
Ist die QES auch komplett automatisiert, wenn der NFC-Chip nicht verwendet wird, oder bleibt ein manueller Check?
Karim Nemr: Wenn der NFC-Chip nicht verwendet wird oder werden kann, bleibt aus regulatorischen Gründen ein manueller Check bestehen.
Gibt es für den manuellen Check feste Öffnungszeiten?
Karim Nemr: Aktuell ja, der manuelle Check läuft in der Regel zwischen 7 und 22 Uhr, Montag bis Samstag. Ausserhalb dieses Fensters wird die Prüfung am Folgetag abgeschlossen. Wir arbeiten daran, diesen Check künftig rund um die Uhr anbieten zu können.
Wie sieht der Prozess aus, wenn eine unterzeichnende Person bereits einen Skribble-Account hat und sich beispielsweise in einem Swisscom-Shop identifiziert hat, oder wenn noch gar keine Identifikation vorliegt und mehrere Dokumente unterzeichnet werden sollen?
David Fürsinger: Liegt bereits eine Identifikation über den bisherigen Weg vor, etwa via Registration-Authority-Stelle, kann die QES-Signatur wie gewohnt angewendet werden. Liegt noch keine Identifikation vor, ist die Express-QES eine Option – daneben bleibt aber auch die Registrierung über eine RA-Stelle sinnvoll, wenn absehbar ist, dass mehrere Dokumente folgen werden. Es gibt keine Pflicht in die eine oder andere Richtung: Die Empfehlung hängt davon ab, wie häufig eine Person voraussichtlich unterschreiben wird. Bei einer Privatperson, die etwa einmal im Jahr unterschreibt, würde ich die Express-QES wählen. Unterschreibt jemand hingegen regelmässig, etwa wöchentlich, spricht mehr für die wiederholende Variante mit vorheriger Registrierung. Das ist letztlich eine Einschätzung von Fall zu Fall.
Ab wann ist die Express-QES verfügbar?
David Fürsinger: Sie ist bereits heute verfügbar. Interessierte können sich gerne direkt mit uns in Verbindung setzen.
Lässt sich am Ausweisdokument erkennen, ob es für die Express-QES kompatibel ist?
Karim Nemr: Grundsätzlich sind alle staatlich ausgestellten, noch gültigen Pässe und ID-Karten kompatibel. Ob ein Dokument einen biometrischen Chip enthält, lässt sich an einem entsprechenden Symbol auf dem Dokument erkennen – in diesem Fall läuft der Prozess automatisiert durch, ansonsten ist eine manuelle Nachprüfung nötig.
Erkennt man künftig schon bei der Einladung, ob die externe Person überhaupt mit QES unterzeichnen kann?
David Fürsinger: Das ist heute noch nicht der Fall und ein anspruchsvolles Thema. Wir arbeiten daran, hierzu künftig mehr Einblick zu ermöglichen, weil wir verstehen, dass es in bestimmten Fällen hilfreich wäre, im Vorfeld abschätzen zu können, ob eine Identifikation überhaupt nötig beziehungsweise möglich ist.
Ist die Express-QES zusätzlich zum bestehenden Abo, und muss man aktiv auf Skribble zugehen, um sie zu aktivieren?
David Fürsinger: Ja, das ist ein Setting, das wir auf Business-Ebene aktivieren. Interessierte können mit uns in Kontakt treten, damit wir das freischalten – ein neuer Plan muss dafür nicht erstellt werden, die Funktion kann einfach zum bestehenden Abonnement ergänzt werden.
Kann man die Express-QES jetzt schon nutzen?
David Fürsinger: Ja, sie ist bereits verfügbar.
Das Transkript endet hier.
Über Karim Nemr
Karim Nemr ist Founder und Chief Business Officer bei PXL Vision, einem Schweizer Unternehmen für digitale Identifikationslösungen mit rund 50 Mitarbeitenden und über 80 Unternehmenskunden, darunter alle Schweizer Telekomanbieter. Gemeinsam mit Skribble hat PXL Vision die im Webinar gezeigte Ident-Lösung entwickelt.
Über David Fürsinger
David Fürsinger ist Co-Founder und Chief Product Officer (CPO) bei Skribble, der Schweizer Plattform für elektronische Signaturen. Im Webinar führte er gemeinsam mit Karim Nemr durch die Präsentation und die Live-Demo der Express-QES.


